Referat über Baden-Powell und die Geschichte der CP

von asberin

Gliederung

I. Einleitung

II. Lord Baden–Powell of Gilwell

2.1. Kindheit

2.1.1. Herkunft

2.1.2. Persönlichkeit

2.1.3. Erziehung

2.1.4. Einfluss

2.1.5. schulische Karriere

2.2. Erste Erlebnisse als „Pfadfinder“

2.2.1. Abenteuertrip

2.3. beruflicher Werdegang

2.3.1. Das Militär

2.3.2. Perfekter Kundschafter

2.3.3. Das erste Buch „Nachrichtendienst und Kundschafterwesen“

2.3.4. Das zweite Buch „Aids for scouting“

2.3.5. Baden-Powell als Kriegsheld

2.4. Interessen

2.4.1. Der Weltenbummler

2.4.2. Pigsticking und Polo

2.5. Besonderheiten

2.5.1. Beobachten und zeichnen

2.5.2. Spionagegänge

2.5.3. Frösche

2.5.4. Baden-Powells Gesetz für das Erwachsensein

2.5.5. Vorteil durch Beziehung

2.5.6. Das Kleingruppensystem

2.5.7. Fehler

2.6. Einstellungen

2.6.1. Ablehnung von Krieg

2.6.2. Intelligenz

2.7. Gründung der Pfadfinder

2.7.1. Jugendliche in Groß Britannien

2.7.2. Die Idee

2.7.3. Erstes Pfadfinderlager

2.7.4. Erneuertes Buch „Scouting for boys“

2.7.5. Weltreise

2.7.6. Familiengründung

2.7.7. Girls Guides

2.8. Grundsätze

2.8.1. Drei Grundsätze

2.8.2. Kluft

2.8.3. Symbol

2.8.4. Wahlspruch

2.8.5. Pfadfindergruppen

2.8.6. Jamboree

2.9. Sein Tod

2.9.1. Überraschungen

2.9.2. Adelung von BP

2.9.3. Sein Tod

2.9.4. Das Grab

2.9.5. Verschlüsselte Nachricht

2.10. BPs Erbe

2.10.1 Weltpfadfinderbüro

III. Christliche Pfadfinderschaft Deutschlands

3.1. Allgemeines

3.2.. Geschichte

3.2.1. Das erste Auftreten

3.2.3. Erste Gründung von 1921

3.2.4. Zusammenschluss zum VCP

3.2.5. Zweite Gründung von 1976

3.3. Einfluss der Wandervögel

3.3.1. Das erste Aufeinandertreffen

3.3.2. Prägung

3.4. Im zweiten Weltkrieg

3.4.1. Bildung einer Arbeitsgruppe

3.4.2. Eingliederung und Verbot

3.4.3. Nach dem Krieg

3.5. Ziele

3.6. Prinzipien

3.6.1. Baden-Powell und der christliche Glaube

3.6.2. Verzicht auf Konsum- und Luxusgüter

3.6.3. Kluft

3.7. Aktivitäten

3.7.1. Gruppenstunden

3.7.2. Fahrt

3.7.3. Tschai

3.7.4. Sinn der Fahrt

3.8. Organisation des Bundes

3.8.2. Gliederung in fünf Gruppen

3.8.3. Ehrenamtiliche Mitglieder und Helfer

3.8.4. Probenordnung

3.8.5. Das Ständesystem






I.) Einleitung

Sir Robert Baden–Powell Lord of Gilwell ist der Gründer der weltweit größten Jugendorganisation - die Pfadfinder.

Er ist eine der am meisten geehrten Persönlichkeiten seiner Zeit. So ist er zum Beispiel Ehrenbürger Londons und diverser Universitäten geworden.

Durch seine Taten und Prinzipien hat Baden–Powell das Leben vieler Jugendlicher geprägt.





II.) Lord Baden-Powell of Gilwell

1. Kindheit

Robert Stephenson Smyth Baden–Powell (im weiteren als BP abgekürzt) wird am 22. Februar 1857 in London geboren. Er ist das vierte Kind in der dritten Ehe seines Vaters. Sein Vater, H.G. Baden–Powell, ist Professor für Theologie und Geometrie. Seine Mutter, Henriette Grace, arbeitet im Londoner Armenkrankenhaus und hat sich später für die Emanzipation der Frauen eingesetzt.

BP ist sommersprossig, rothaarig, hat blaue Augen und ist ein sehr lebhafter Junge. Als BP drei Jahre alt ist, stirbt sein Vater. Von nun an übernimmt sein 73-jähriger Großvater seine Erziehung. Er erkennt sich selbst in seinem Enkel wieder; so wird BP zu seinem Liebling. Fünf Jahre später verstirbt auch sein Großvater.

Mit 13 Jahren geht BP auf das Charterhouse College. Ein 16-Jähriger, der für BP verantwortlich ist, beeinflusst ihn mehr, als sein Vater, seine Mutter oder sein Großvater, durch seine erstrebenswerte Vorbildfunktion.

Er ist nur ein mittelmäßiger Schüler, da er durch seine Abendteuerlust und sein Draufgängertum lieber Wälder durchstreift, als zu lernen. BP strengt sich nur soweit an, dass er nicht sitzen bleibt. Den Rest seiner Zeit verbringt er im Schulwald oder auf der Bühne; denn BP ist ein sehr talentierter Schauspieler.

Sein Abschlusszeugnis von 1876 ist schlecht. Er fällt durch die Aufnahmeprüfung für Oxford, besteht jedoch die Aufnahmeprüfung für die militärakademische Eliteschule Sandhurst als sechst Bester.


2. Erste Erlebnisse als „Pfadfinder“

Mit neun Jahren fährt BP mit seinen drei älteren Brüdern auf einen Abendteuertrip. Nachdem sein Bruder herausgefunden hat, dass BP mit Karte und Kompass sehr gut umgehen kann, überlässt er ihm die Orientierung.

Schon von klein auf ist BP sehr gerne draußen, um die Natur zu genießen. So treibt er sich oft mit seinem Großvater oder allein im Hyde Park herum.


3. Beruflicher Werdegang

BP durchlebt eine sehr erfolgreiche Militärkarriere. Er wird oft frühzeitig befördert. Außderdem ist BP bei Berufskollegen und Vorgesetzen sehr beliebt, da er sie mit Theaterspielen und Laienorchester unterhält.

Er ist in seinen Jahren beim Militär in Indien, Afrika und Europa stationiert und wird durch seine schnelle Aufnahmefähigkeit und gute Beobachtungsgabe zum Afrikaexperten.

BP lernt sehr viel von Eingeborenen aus Indien und Afrika über das Kundschafterwesen und die Orientierung in der Natur. Dieses Wissen überträgt er auf das Militär. Die ersten 25 Männer, die er zu perfekten Kundschaftern ausbilden soll, nennt er „Scouts“ (Pfadfinder). Er ist damals 24 Jahre alt.

Sein erstes Buch „Nachrichtendienst und Kundschafterwesen“ schreibt BP, damit seine Kenntnisse verbreitet werden können. Soldaten werden weltweit nach den Angaben aus diesem Buch ausgebildet und getestet.

Dadurch wird BP sehr berühmt.

Nachdem er noch mehr Wissen von Eingeborenen aus Afrika gewonnen hat, schreibt er 1896 ein neues Buch – „Aids for scouting“.

BP wird als Kriegsheld gefeiert, weil er es geschafft hat eine Stadt 217 Tage besetzt zu halten; jenes missfällt ihm jedoch sehr.


4. Interessen

BP will die Welt kennen lernen, was auch ein Grund dafür ist, warum er zum Militär gegangen war. Während seiner Aufenthalte in fremden Ländern, hat er sich immer für die Kulturen des Landes interessiert und hat Freundschaften geschlossen.

Seine größten Hobbys sind Pigsticking (gefährliche Wildschweinjagd zu Pferd) und Polo. In beidem ist er sehr erfolgreich. So gewinnt er 1882 den fünften Platz im Wettkampf der Besten im Pigsticking.


5. Besonderheiten

Schon als kleines Kind streift BP durch Parks um Tiere, Menschen und das Wetter zu beobachten. So stellt er mit sechs Jahren fest, dass man das Wetter an dem Quaken der Frösche vorher sagen kann.

BP zeichnet Tiere, Karten und Menschen und dies mit beiden Händen; mit der linken Hand zieht er die Linien und mit der rechten Hand straffiert er. Auf seinen späteren Spionagegängen versteckt er Karten von feindlichen Gebieten in Zeichnungen von Schmetterlingen und anderen Tieren.

Nach dem Tod seines Großvaters macht BP abenteuerliche Abstecher in die Londoner Slums. Er findet heraus, dass die Gesellschaftsschichten durch die Kleidung offensichtlich werden. Deshalb erstellt er ein Gesetz für sich selbst, wenn er einmal älter ist: „Ich werde dafür sorgen, daß die Armen genauso reich sein werden wie wir.... Aber Beten allein nützt nichts, man muß das Gute auch tun.“[1]

BP will nichts durch Beziehungen erreichen. Die Berühmtheit seines verstorbenen Vaters verschafft ihm einen Platz an einem sehr guten College, doch BP lehnt mit der Begründung ab: „Nein, ich will nicht mit Beziehungen erreichen. Ich will einen Studienplatz durch eigene Leistungen bekommen.“[2]

Später hat BP großen Einfluss auf das britische Militär. Er führt zum Beispiel das Kleine - Gruppen Prinzip ein. „Das Kleingruppensystem entwickelt bei jedem Mitglied die Fähigkeit, selbständig zu denken und Initiative zu ergreifen.“[3]

Auch ist er überzeugt von Napoleons Ausspruch: „Ein Mann, der noch keinen Fehler begangen hat, hat noch nie etwas getan.“[4]


6. Einstellungen

BP ist gegen Krieg. Als er als Kriegsheld gefeiert wird, sagt er: „Ich will kein Kriegsheld sein. Ich halte Krieg für ein Armutszeugnis der Politiker.“[5]

Nachdem er ein Schlachtfeld gesehen hat, sagt er: „Das Grauen des Krieges habe ich erstmals nicht während der Schlacht erlebt, sondern danach. Man sollte jeden, der über Krieg und Frieden entscheidet, auf ein solches Schlachtfeld führen. Vielleicht wäre das ein Weg, fortan Krieg zu vermeiden.“[6]

Auf Spionagegängen stellt BP fest, dass „je unverständlicher er sich ausdrückte, desto klüger schätzen ihn die Gesprächspartner ein, desto bedeutender schien er ihnen, desto ehrfürchtiger behandelten sie ihn....“[7]


7. Gründung der Pfadfinder

Nachdem der Burenkrieg, aus dem BP als Kriegsheld zurück kam, vorbei ist, erfährt er von seinem jüngeren Bruder Baden, dass sein neues Buch eine Pflichtlektüre für alle Soldaten geworden sei. Er findet auch heraus, dass Jugendliche dieses Buch gelesen haben und es deshalb zum Bestseller geworden ist. Die Jugendlichen in Groß Britannien waren so angetan von diesem Buch, dass sie Orientierung und Nachrichtenübertragung spielen, wie BP es in seinem Buch geschrieben hat.

Bei diesem Gespräch mit seinem Bruder wird BP bewusst, dass er den „Schlüssel zu einer großen, dem Frieden verpflichteten Jugendbewegung, einer Art Bruderschaft ohne Unterschiede von Herkunft, Rasse und Glaubensbekenntnis, Reichtum und Armut“[8] gefunden hat.

Er glaubt, wenn Jugendliche ohne Vorurteile und mit Toleranz aufwachsen, könne man Krieg vermeiden. Er findet auch heraus, dass er diesen Gedanken, eine Jugendorganisation zu gründen, schon lange hatte.

Um sich der neuen Jugendbewegung zuwenden zu können, bittet er beim Militär um seinen Abschied. Da das Militär jedoch einen so kompetenten Oberst wie BP nicht ganz verlieren will, wird er nur halb pensioniert.

Im Jahre 1907 fährt er mit 22 Jungen aus verschiedenen Gesellschaftsschichten für 25 Tage nach Brownsea – Island auf ein Pfadfinderlager. Dies ist der offizielle Beginn der Pfadfinderbewegung.

Da BPs Buch für Soldaten gedacht ist, entscheidet er sich 1908 sein Buch umzuschreiben. Sein umgeschriebenes Buch für Jugendliche heißt „Scouting for boys“.

BP macht eine Weltreise, als er erfahren hat, dass Pfadfindergruppen weltweit gegründet wurden. Auf dieser Reise lernt er Olave St.Clair kennen, die er am 30.10.1912 heiratet. Sie haben drei gemeinsame Kinder.

Olave gründet später die Pfadfinder für Mädchen, die Girls Guids und wird zur Chief Guide of the World - oberste Weltpfadfinderin - ernannt.


8. Grundsätze

BP hat sich viel Gedanken darüber gemacht, wie seine Jugendbewegung ablaufen soll. Deshalb legt er drei Grundsätze fest:

1. Grundsatz: Verpflichtung gegenüber Gott

2. Grundsatz: Verpflichtung gegenüber den Mitmenschen

3. Grundsatz: Verpflichtung gegenüber sich selbst.

Um die gesellschaftlichen Unterschiede aufzuheben, wird eine Kluft ausgewählt. Diese besteht aus einem Kahkihemd, einem Halstuch, einer Hose und einem Pfadfinderhut.

BP will, dass alle Pfadfinder ein einheitliches Symbol haben. Er wählt die Lilie, da damals Kompassnadeln in der Form einer Lilie waren. Diese ist symbolisch für den richtigen Weg gedacht. Lilien stehen außerdem für Reinheit.

„Allzeit Bereit“ oder „Be prepared“ wird der Wahlspruch der Pfadfinder.

BP führt das Versprechen

„Ich verspreche bei meiner Ehre, mein bestes zu tun, meine Pflicht zu tun gegenüber Gott und dem Vaterland, meinen Mitmenschen jederzeit zu helfen und den Pfadfindergesetzen zu gehorchen“[9] sowie zehn Pfadfindergesetze und auch ein bestimmtes Handzeichen als Gruß ein. Die Pfadfindergruppen bestehen aus kleinen Gruppen, die von einem etwas älteren Jugendlichen geführt werden.

Für BP ist Völkerverständigung und die daraus entstehende Toleranz füreinander überaus wichtig. Er beschließt deshalb alle vier Jahre ein „Jamboree“ (Übersetzung: friedliches Zusammentreffen der Stämme) zu veranstalten. Dies sollt ein Treffen sein, zu dem sich Pfadfinder aus aller Welt treffen.


9. Sein Tod

BP hätte damals nicht gedacht, dass sich die Idee des Pfadfindertums so schnell verbreiten würde. Er ist auch sehr überrascht, weibliche Pfadfinder auf einem Jamboree anzutreffen.

Auf dem dritten Jamboree 1926 mit 50.000 Pfadfindern aus 69 Ländern wird BP vom König zum Lord of Gilwell geadelt. Zuvor ist BP zum Chief Scout of the World ernannt worden.

Am 08.01.1941 stirbt the Chief Scout of the World in seinem Haus in Kenia.

Sir Robert Stephenson Smyth Baden – Powell Lord of Gilwell wird in der Westminster Abby, der ehrenwürdigsten Stelle Groß Britanniens, begraben.

Auf seinem Grabstein wird ein Kreis mit einem Punkt in der Mitte eingemeißelt. Dieses Waldläuferzeichen stellt eine verschlüsselte Nachricht dar, die „Ich habe meine Aufgabe erfüllt und bin nach Hause gegangen“ bedeutet.


10. BPs Erbe

Die Idee der Pfadfinderei hat sich in den Jahren nach BPs Tod weiter ausgebreitet. Heute gibt es ein Weltpfadfinderbüro, das seinen Sitz in Genf hat.

Aus jedem Land wird nur eine Pfadfinderorganisation anerkannt. Deshalb schließen sich oft mehrere Pfadfinderverbände eines Landes zu einem Dachverband zusammen. Diese haben dann sechs Stimmen in der Konferenz.

Die Aufgabe der Pfadfinder – Weltkonferenz ist es, das Pfadfindertum im Sinne von Baden–Powell weiter zu führen.





III.) Christliche Pfadfinderschaft Deutschlands

1. Allgemeines

Die Christliche Pfadfinderschaft Deutschlands (CPD) ist ein evangelischer Pfadfinderbund für Mädchen und Jungen sowie für Frauen und Männer. Die Grundlangen bilden der christlichen Glaube und das traditionelle Pfadfindertum. Die CPD hat momentan etwa 4000 Mitglieder.


2. Geschichte

Das erste Mal, dass christliche Pfadfinder (CP) auftreten, war 1909 in Stuttgart. Johannes Knehr gründete diese als eine Abzweigung des christlichen Vereins Junger Männer (CVJM), der 1883 gegründet worden war. Damals war die Arbeit noch militärisch ausgerichtet und nicht in einem einheitlichen Bund organisiert.

Am 09. und 10. Juni 1921 findet eine Führertagung der CP statt. Hier wird beschlossen, die bisher bestehenden christlichen Pfadfindergruppen in Deutschland zusammenzuschließen. So wird die erste Christliche Pfadfinderschaft Deutschlands gegründet.

Die CPD durchläuft diverse Veränderungen. Sie schließt sich mit einigen anderen Bünden zusammen. So kommt es dazu, dass drei Bünde, nämlich die CPD, die BCP (Bayrische Christliche Pfadfinderinnen) und die EMP (Evangelische Christliche Pfadfinderinnen und Pfadfinder) sich zum Verband Christlicher Pfadfinderinnen und Pfadfinder (VCP) zusammenschließen.

Die Grundsätze der CPD werden durch andere ersetzt, was Unzufriedenheit hervorruft. Daraufhin gründen unzufriedene Stämme, die zuvor die VCP verlassen haben, im Jahr 1976 die „neue“ Christliche Pfadfinderschaft Deutschlands und führen ihre alten Grundsätze wieder ein.


3. Einfluss der Wandervögel

Im ersten Weltkrieg treffen Christliche Pfadfinder und Wandervögel erstmals aufeinander. Die Wandervögel ist eine Jugendorganisation, die 1896 gegründet worden ist, um den Schulunterricht aufzulockern. Die Pfadfinder wurden von der Fahrtenlust, der Singekultur und dem Individualismus der Wandervögel geprägt und übertrugen diese Dinge auf die deutsche Pfadfinderkultur. Dieses war dem internationalen Scoutismus unbekannt.





4. Im zweiten Weltkrieg

Am 09. August 1933 bildet die CPD, der BK (Bund Deutscher Bibelkreise) und die BCJ (Bund Christdeutsche Jugend) eine Arbeitsgruppe, die den Nazis etwas entgegensetzen soll; doch ohne Erfolg. Denn am 20. Dezember 1933 werden die evangelischen Jugendlichen unter 18 Jahren zwangsweise in die Hitler-Jugend eingegliedert.

Auch die daraufhin gegründete Bruderschaft der über 18-Jährigen wird 1938 durch die Gestapo verboten.

Während des Krieges und des Verbots werden trotzdem ein paar illegale Fahrten unternommen.

Die offizielle Arbeit der CPD ruhte jedoch in den Jahren von 1938 bis1945.

Sofort nach dem Krieg fingen die Überlebenden an, die CPD wieder aufzubauen und das auch mit Erfolg.


5. Ziele

Das Ziel der CPD ist es, Jugendliche zu aktiven und standhaften Christen zu erziehen, wie auch zu selbständigen Menschen, die der Natur verbunden sind und Verantwortung übernehmen wollen.


6. Prinzipien

Die CPD lebt auch heute noch nach den von Baden–Powell aufgestellten zehn Pfadfindergesetzen und richten ihre Arbeit danach und nach dem christlichen Glauben aus.

Auf Fahrt und Lager verzichten die Pfadfinder auf Alkohol, Nikotin sowie diverse andere Konsum- und Luxusgüter.

Wie alle Pfadfinder weltweit hat die CPD die Losung „Allzeit bereit“. Auch das Bundeslied basiert auf dieser Losung.

Zu allen Treffen und Aktionen wird die Kluft getragen, welche aus einem grauen Hemd, einer aufgenähten Lilie, einem blauen Halstuch und dem Ständezeichen besteht. Grau ist die Farbe des Dienens und blau die Farbe der Treue; es wird dadurch die Treue gegenüber Gott und der CPD symbolisiert, wie auch die dazugehörigen Dienste. Aus praktischen Gründen werden dazu meistens Lederhosen getragen.


7. Aktivitäten

Die Sippen (Gruppen) der CPD treffen sich wöchentlich. Diese Gruppenstunden werden in von der Kirchengemeinde gestellten Räumlichkeiten verbracht. Sie dienen zur Vermittlung des „Pfadfinderwissens“ und zur Vorbereitung der Fahrten (Wochenendausflüge), die, in der Fahrtensaison (Frühjahr bis Herbst),monatlich stattfinden. Auf diesen Fahrten wird das zuvor Gelernte praktisch angewendet und geübt.

Die Mädchen und Jungen wohnen in ihren besonderen Zelten, den Kohten, die mit Holzstangen, Seilen und Planen aufgebaut werden. Sie bereiten das Essen mit gekauften Zutaten auf offenem Feuer zu. Das Holz für die Kohten und das Feuer wird im Wald geschlagen und gesammelt.

Der Höhepunkt einer Fahrt ist die Tschairunde, die am letzten Abend stattfindet. Man singt zur Gitarre, spielt Spiele und trinkt Tschai. Dies ist ein Teegetränk mit Früchten. Jeder Pfadfinder hat sein persönliches Lieblingsrezept für einen Tschai. Es ist deshalb immer wieder ein Erlebnis Tschai von anderen Leuten zu trinken.

Fahrten bieten auch die Möglichkeit andere Leute besser kennenzulernen, da man oft an seine persönlichen Grenzen gerät. Auch fördern sie die Gruppengemeinschaft ungemein.


8. Organisation des Bundes

Der Bund der Christlichen Pfadfinderschaft Deutschlands ist in fünf Gruppen gegliedert.

Die kleinste Gruppe ist die Sippe. Eine Sippe besteht aus sechs bis acht Mädchen oder Jungen, die von einer älteren Person, dem Sippenführer, geführt werden.

Mehrere Sippen an einem Ort bilden einen Stamm, welcher zwischen 30 und 100 Mitgliedern hat.

Der Gau, der aus ca. 200 bis 300 Leuten besteht, setzt sich aus Stämmen zusammen, die in einem ungefähr 100 Kilometer großen Umkreis liegen.

Die Mitgliederzahl einer Landesmark, die aus Gauen besteht, liegt zwischen 400 und 800 Leuten.

Aus allen Landesmarken entsteht der Bund.

Die Arbeit der CPD basiert auf ehrenamtlichen Mitgliedern und Helfern. Deshalb ist es besonders wichtig, dass jeder das leistet, was er kann und ein Bestreben mehr zu erlernen aufbaut. Dabei soll die Probenordnung, was kleine Aufgaben und Prüfungen sind, helfen. Zum einen fördert sie die Gemeinschaft innerhalb einer Gruppe, da viele Dinge gemeinsam getan werden müssen und zum anderen hilft sie Fähigkeiten und Begabungen von Jugendlichen zu entdecken und auszubauen.

Die CPD hat vier Stände aufgestellt, die Jugendlichen eine altersgerechte Orientierung bieten und ihnen altersgerechte Verantwortung übertragen. Nach der Vollendung der Probenarbeit eines Standes wird man in den nächsten Stand aufgenommen.

Zunächst wird man Jungpfadfinder (ca. 14-16 Jahre) und bekommt das blaue Halstuch.

Mit 15-16 Jahren kann man in den Stand des Knappen eintreten, der durch die Anstecknadel der Knappenschildes gekennzeichnet ist.

Der Späher ist der Stand, in den man ab 16 Jahren eintreten kann; als Späher trägt man die Kreuzlilie als Anstecknadel.

Ab 18 Jahren kann man in den Stand des Kreuzpfadfinders aufgenommen werden. Von nun an trägt man das Kreuz als Anstecknadel.

Mit dem Stand erhöht sich auch die Verantwortung, die man übernehmen kann. So übernimmt der Jungpfadfinder Aufgaben in der Sippe, der Knappe im Stamm, der Späher im Gau und in der Landesmark und der Kreuzpfadfinder im Bund.